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Lebensmittelabfälle

Lebensmittelabfälle

Organische Abfälle aus dem Handel und der Küche

Lebensmittelreste fielen früher kaum an. Auf dem Land hatte man selbst oder Nachbarn oder Verwandte Tiere, in erster Linie Schweine oder Hühner, die das wenige, was übrig blieb, verwerteten. Allenfalls in der Stadt gelangten Lebensmittelreste aus Privathaushalten in den Haushaltsmüll. Abfälle von Märkten, Geschäften oder Restaurants wurden aber ebenfalls meist von Tieren in landwirtschaftlichen Betrieben verwertet.

In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts änderte sich dies dann nach und nach. Dies hatte verschiedene Gründe. Einmal führte der zunehmende Überfluss dazu, dass Lebensmittel preisgünstiger wurden und daher mehr gekauft als verbraucht wurde. Verbunden mit gestiegenen Ansprüchen an Frische und Qualität werden heute Lebensmittel als nicht mehr geniessbar angesehen, die zu anderen Zeiten ohne Bedenken gegessen wurden.

Hinzu kamen gesetzliche Rahmenbedingungen bezüglich Gesundheit und Hygiene. Diese führten u.a. zur Einführung von Haltbarkeitsdaten, die Handel und Verbraucher veranlassen, aus Sicherheitsgründen Waren weg zu werfen, die prinzipiell noch geniessbar sind. Inzwischen haben die EU und verschiedene nationale Regierungen das Problem erkannt, und versuchen durch neue gesetzliche Rahmenbedingungen der Lebensmittel-verschwendung Einhalt zu gebieten.

Noch vor wenigen Jahren wurde der Grossteil der Lebensmittelabfälle nicht verwertet, sondern landete im Restabfall Dies lag in erster Linie daran, dass die Hygienevorschriften so verschärft wurden, dass nicht behandelte Lebensmittel nicht ohne weiteres als Tierfutter verwendet werden konnte. Lediglich nicht mehr zum Verkauf geeignetes Obst und Gemüse oder nicht verkaufte Backwaren aus dem Handel konnten noch ohne Weiteres so verwendet werden, allerdings nahmen immer weniger Landwirte diese Ware an, weil auch in der Tierzucht die Futtermittelzusammensetzung von vorn herein fest gelegt wird.

Die Situation bei der Verwertung hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Im Luxemburger Abfallgesetz ist in § 25 explizit gefordert, dass Bioabfälle verwertet werden müssen. Seit den 1990er Jahren wurden Biogasanlagen gebaut, die zunächst aber nur Abfälle aus der Landwirtschaft (Gülle, Mist etc.) und dann eigens angebaute Energiepflanzen wie Mais verwerteten. Nachdem die gesetzlichen Rahmenbedingungen entsprechend angepasst wurden, konnten diese auch Speiseabfälle annehmen (EU-Verordnung über tierische Nebenprodukte von 2002 und 2009). Die Speisereste werden dabei mindestens eine Stunde auf mindestens 70 ° erhitzt. Von den Biogasanlagen in Luxemburg besitzen die Meisten auch eine abfallrechtliche Genehmigung zur Mitvergärung von Abfällen. Die meisten nutzen das entstehende Biogas zur Erzeugung von Wärme und Strom in einem Blockheizkraftwerk. Einige z.B. Naturgas Kielen bereiten das Biogas zu Erdgas auf, dass dann in das ‚normale’ Erdgasnetz eingespeist wird.

Eine Sonderstellung nimmt die Anlage des Minett Kompost in Monnerich ein. Auf dieser kommunalen Anlage werden keine landwirtschaftlichen Produkte angenommen. Sie verarbeitet das ganze Spektrum der organischen Abfälle, inclusive Gartenabfälle. Die Hygienisierung erfolgt im Rahmen der Erhitzung bei der Kompostierung und neben Bioerdgas wird auch Kompost produziert.

Inzwischen haben viele Gemeinden oder Syndikate eine grüne Tonne eingeführt (davon die meisten für Grünschnitt und Küchenabfälle / Speisereste). Die Zahl der autorisierten Entsorger, die auch die Entsorgung bei Restaurants und Kantinen anbieten, ist inzwischen gross, so dass eine Entsorgung über den Restabfall nicht mehr notwendig ist.

Was kann der Verbraucher tun ?

  • Kaufen sie nur soviel wie sie auch die nächsten Tage konsumieren.
  • Ordnen sie die Produkte im Kühlschrank so an dass die kurz vor dem Verfallsdatum sich befindlichen Lebensmittel zuerst verzehrt werden Auch sind Lebensmittel nach dem Ablaufdatum noch zum Verzehr geeignet, enthalten aber eventuell nicht mehr alle Vitamine und Inhaltsstoffe: z.B. Reis, Nudeln, Fertigsuppen.
  • Nutzen Sie die Biotonne, wenn diese in Ihrer Gemeinde angeboten wird.
  • Erfassen Sie bereits in der Küche den organischen Abfall getrennt. Achten Sie darauf dass die Feuchtigkeit dabei nicht zu hoch wird.
  • Nutzen Sie die Möglichkeit der Eigenkompostierung, wenn Sie die Möglichkeit haben und den Kompost in ihrem Garten verwenden können.

Bei Nutzung der Biotonne:

  • Achten Sie darauf, dass der Eimer sauber bleibt (z.B. durch Nutzung von Zeitungen, falls erlaubt). Leeren Sie den Vorsortierbehälter mindestens 2 Mal pro Woche.
  • Stellen Sie Ihre Biotonne bei jeder Abfuhr bereit, auch wenn Sie nicht voll ist und wählen sie einen schattigen Platz.
  • Die Verwertung von organischen Abfällen ist sehr wichtig. Sie stellt Ressourcen für die Produktion von Energie da. Sie dient dem Klimaschutz so direkt, da die entstehenden Gase genutzt werden. Auch Produktion und Nutzung von Kompost tragen zur CO2-Reduktion bei.
  • Der Verbraucher sollte heute aber auch an die Vermeidung denken und bewusst Lebensmittel konsumieren. Dazu gehört ausgewogene Ernährung, mehr Biokost, weniger Fleisch und die Vermeidung von Lebensmittelabfällen durch verantwortungsvollen Einkauf.
  • Weitere Fragen beantworten Ihnen die SDK und natürlich die Ansprechpartner der Gemeinden und Syndikate.

SDK-Infoblatt

Ressourcenpotential BioMan

Weitere wichtige Links:

www.ecobox.lu

www.antigaspi.lu

Infoseite des Ministeriums für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung